Philosophie – im Dialog und im Bild

Paradigma
Paradigma

Philosophie im Gespräch

Was heißt Philosophie?

Stellen Sie zehn studierten Philosoph:innen diese Frage, erhalten Sie mindestens ebenso viele verschiedene Antworten. Das spricht nicht gegen die Philosophie, sondern für sie. Denn im Laufe ihrer Geschichte von etwa zweieinhalbtausend Jahren hat sie immer wieder neue Fragen gestellt und dabei vielfältige Lösungen entwickelt.

Will man dennoch eine kurze Antwort geben, kann man dies immer noch mit Immanuel Kant. Er schrieb: „Das Feld der Philosophie … läßt sich auf folgende Fragen bringen:

1) Was kann ich wissen?

2) Was soll ich thun?

3) Was darf ich hoffen?

4) Was ist der Mensch?“

Philosophischer Dialog

Diese vier Fragen umfassen alle Dimensionen der menschlichen Existenz. In ihrer knappen Formulierung führen sie die Notwendigkeit vor Augen, Antworten auf sie zu finden, und lassen gleichzeitig ahnen, dass dies nicht ganz leicht ist. Für die Suche danach biete ich Ihnen als Philosoph und Wissenssoziologe meine Unterstützung an. Diese kann unterschiedliche Formen haben: das Zwiegespräch oder Gruppengespräch, die offene Gesprächsrunde, der Vortrag oder das Seminar.

Mit Textbilder – Philosophie mit Feder, Stift und Pinsel mache ich Ihnen auch ein Angebot für den kreativ-sinnlichen Zugang zur Philosophie

Anlässe

Die Anlässe für den philosophischen Dialog können vielfältig sein:

Vielleicht bewegt Sie schon seit Längerem ein Thema, ohne dass Sie zu einem befriedigenden Ergebnis gekommen sind, und sie suchen neue Argumente.

Vielleicht sind Sie gerade in einer Krise – das kann eine schöpferische Krise sein, in der Sie Ihr Leben neu ausrichten, oder eine Lebenskrise, in der Sie unter Entscheidungs‑ und womöglich Leidensdruck stehen. In dieser Situation wollen Sie die widerstreitenden Aspekte und Anforderungen ordnen und klären.

Vielleicht sind Sie in einer weltanschaulichen oder religiösen Umbruchsituation, in der die Bausteine der neuen Sicht nicht recht zusammenpassen. Nun suchen Sie die Spiegelung Ihrer Gedanken bei einem Gesprächspartner.

Vielleicht haben Menschen, die Ihnen nahe stehen – etwa pubertierende Kinder –, plötzlich eine ganz andere Sicht auf das Leben als Sie. Es scheint keine Verständigung mehr möglich und Sie suchen argumentative Brücken, um wieder ins Gespräch zu kommen.

Vielleicht befinden Sie sich in einem moralischen Zwiespalt, z. B. wegen einer möglichen Trennung von dem Menschen, mit dem Sie zusammenleben, oder hinsichtlich der Versorgung betagter Eltern. Um diesen Konflikt zu lösen, wollen Sie emotional entlastet die verschiedenen Sichtweisen gegeneinander abwägen.

Vielleicht sind Sie in einer Lebensphase, in der Sie zurückblicken und Ihr Leben neu deuten. Dabei konkurrieren unterschiedliche Perspektiven und Bewertungsmuster miteinander, die Sie mit einem Partner diskutieren wollen.

Vielleicht haben Sie auch einen ganz anderen Anlass für das Gespräch …

Philosophie als Therapie?

Oft wird gefragt, ob philosophischer Dialog bzw. philosophische Praxis Therapie ist. In Antike und Mittelalter wurde die Philosophie bisweilen als Therapie für die Seele bezeichnet. Heutzutage wird der Begriff „Therapie“ auf vielfältige Angebote, etwa im Wellness-Bereich, angewandt. Fasst man ihn so weit, dann fällt die Philosophische Praxis mit Sicherheit darunter.

Dem steht ein klarer medizinischer Sprachgebrauch gegenüber: Therapie für die Seele, also Psychotherapie, bezeichnet eine Reihe von Behandlungsmethoden, die von der klassischen Freud'schen Analyse bis zur Logotherapie im Sinne Viktor Frankls reichen. Diese sind angezeigt bei seelischen Störungen mit Krankheitscharakter, die medizinisch definiert sind (ICD-10; F40–F48). Solche Störungen führen bei den Betroffenen zu Beeinträchtigungen der Denk-, Empfindungs- und Handlungs­möglichkeiten, die sie aus eigener Kraft nicht überwinden können. Um hier heilend tätig zu werden, hat der Philosoph keine Kompetenz. In diesem Sinne ist sein Angebot keine Therapie, auch keine Alternative dazu.

Umgekehrt sind Probleme der Lebensführung oder Sinnkrisen, auch wenn sie mit Leid verbunden sind, noch keine Krankheiten. Leid ist kein Therapiegrund, sondern etwas, womit in jeder Lebensphase gerechnet werden muss. Leid muss zunächst ausgehalten, dann produktiv verarbeitet und nach Möglichkeit überwunden werden, sofern nicht aus dem Leid Sinn bezogen wird. Bei der Bearbeitung des Leids kann die Philosophie, konkret der philosophische Dialog, in höchstem Maße hilfreich sein. Hierbei suchen zwei gleichberechtigte Gesprächspartner:innen Antworten auf drängende Fragen, wogegen in der Psychotherapie ein Gefälle zwischen Patient:in und Therapeut:in besteht.

Philosophische Kompetenz

Welche Kompetenzen bringen Philosoph:innen mit, um hilfreiche Dialogpartner:innen zu sein?

Ein Großteil ihres Studiums machen Sprachanalyse und Logik aus. Dabei geht es darum, unklaren Sprachgebrauch und logisch unzulässige Schlussfolgerungen zu erkennen. Es ließe sich leicht zeigen, dass unser politischer Diskurs über weite Strecken durch unklaren Gebrauch der Begriffe bestimmt ist. Diese werden logisch miteinander verknüpft und einmal in dieser, dann in einer anderen Bedeutung gebraucht, wobei die Differenz nicht beachtet oder bewusst verschleiert wird. Eine unzulässige Schlussfolgerung erscheint dann als gut begründet. Das Gleiche gilt für unsere privaten Diskurse und unsere Gespräche mit uns selbst.

Eine weitere Grundkompetenz resultiert aus dem Studium der Philosophie­geschichte. Es macht mit komplexen Gedanken­führungen und den bisweilen Jahrhunderte dauernden Auseinandersetzungen über sie vertraut. Dabei zeigt sich, wie bestimmte Argumentationen zu weiteren Folgerungen drängen oder in Widersprüche münden. Dies kann man mit dem Schachspiel vergleichen: Ein Profi kennt viele historische Partien, aus denen er bei einer bestimmten Spielsituation Strategien für seine aktuelle Partie ableiten kann. In ähnlicher Weise können Philosophische Praktiker:innen auf jene Argumentationen zurückgreifen und sie für das Gespräch fruchtbar machen.

Gewohnte Vorstellungen, etwa zu Geschlechter‑ oder Altersrollen, zum Sinn der Arbeit bis hin zur Frage nach dem Jenseits, erscheinen uns ganz natürlich. Sie sind aber Ergebnis einer Erziehung, die auch anders hätte verlaufen können, bzw. der gesellschaftlichen Situation, in der wir leben. Diese Beziehungen zwischen unserem Denken und unserer sozialen Situation aufzuklären, ist Aufgabe der Wissens‑ und Religions­soziologie. Mit deren Werkzeugen kann ich eine wichtige Ergänzung zur Philosophie in den Dialog einbringen.

Zu guter Letzt trete ich Ihnen als Mensch mit einer Biografie gegenüber. Lange Jahre Familie und Beruf haben mich mit vielen philosophischen Problemen auch in der Lebenspraxis vertraut gemacht. Diese Erfahrungen kann ich – psychisch entlastet – in unser Gespräch einbringen.

Organisation und Kosten

Wenn Sie Interesse an meinem Gesprächsangebot haben, nehmen Sie bitte Kontakt zu mir auf:  info@kunstwort.org oder telefonisch unter +49 160 555  670.

Wir werden dann in einem unverbindlichen und kostenlosen Telefongespräch darüber reden, welches Ihr philosophisches Anliegen ist. Falls Sie unter Leidensdruck stehen, werden wir auch darüber sprechen, ob mein Angebot für Sie passt, oder ob eher eine Therapie für Sie richtig ist.

Wenn Sie mein Angebot annehmen, verabreden wir Termin und Gesprächsort. Dies kann mein Atelier auf der Reichenau sein, ich kann zu Ihnen kommen oder wir treffen uns an einem anderen Ort, den Sie bestimmen. Möglich ist auch ein Gespräch per Skype bzw. Zoom.

Die Kosten pro Stunde betragen 50,00 Euro, für jede weitere angefangene halbe Stunde 25,00 Euro, unabhängig davon, ob noch eine zweite Person an dem Gespräch teilnimmt.

Wenn das Gespräch nicht bei mir stattfindet, berechne ich einen Zuschlag von 10,00 Euro pro Treffen. Liegt der Treffpunkt in den Kreisen Konstanz und Singen, fallen keine Fahrtkosten an, ansonsten berechne ich 0,30 Euro pro Entfernungskilometer.

Sollten Sie derzeit Probleme mit den Kosten haben, scheuen Sie sich nicht, mich darauf anzusprechen. Wir werden eine Lösung finden.

zum Seitenanfang

zur Seite Vorträge


Copyright: Gerhard Schüler


Valid HTML 4.01 Transitional CSS ist valide!